Last Days

Um von Esperance zurueck nach Perth zu kommen nahmen wir die „Abkuerzung“ quer durchs Innenland. Da es sich anbot nochmal bei der beruehmten „Wave“ anzuhalten, taten wir das natuerlich auch. Die 15 Meter hohe Steinwelle ist ein populaeres Ausflugsziel und auch nicht unbeeindruckend, aber wir waren froh dass es auf dem Weg lag und wir nicht wie die meisten die 350km von Perth extra dafuer gefahren sind.

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Mit 2 Uebernachtungsstops kamen wir ganz entspannt in Fremantle an. Fremantle liegt direkt neben Perth und ist eine kleine huebsche Hafenstadt, wo uns beim letzten der Zeltplatz besonders gefallen hatte, deswegen wollten wir da bis zum Autoverkauf bleiben.

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>Australiens Brotkorb

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>Richtung Perth

Das ganze gestaltete sich ganz fix, wir hatten ca 7 ernsthafte Interessenten und auch sofort Angebote die uns ungesehen die Haelfte angezahlt haetten.. aber da hatten wir schon erste Besichtigungstermine gemacht. Der erste der kam siegte auch sofort und so wurde der Verkauf an unserem ersten Tag in Fremantle klar gemacht. Wir konnten das Auto aber noch ein paar Tage behalten bevor dann ein Brite mit seiner Tochter und Enkelsohn sich fuer nur wenige Wochen damit auf den Weg in den Sueden machen wollte. Ein bisschen schade, denn wir haetten es gern jemanden verkauft der das Auto auch so „richtig“ nutzt, aber es lief alles sehr nett ab und wir waren natuerlich froh ohne zu handeln den Verkauf hinter uns zu haben.

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> byebye hochbett

Die paar Tage in Fremantle verbrachten wir im Park oder in Cafes, bummelten durch die Gegend oder hingen auf dem Zeltplatz ab. Auf dem Nachbarstellplatz campte ein kleine Familie mit einem Baby nur eine Woche juenger als Pauline. Begeisterung auf beiden Seiten, denn in den letzten Monaten hatte Pauline nur langweilige „Erwachsene“ um sich rum.

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Dann zogen wir nach Perth um, wieder in das Hostel in dem wir ganz am Anfang waren, hatte uns auch gut gefallen. Diesmal konnten wir die Klimaanlage zum kuehlen nehmen und nicht auf heizen stellen, denn inzwischen waren es ueber 30° und jeden Tag blauer Himmel und dicke Sonne.

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>drinnen abhaengen

Wir uebergaben unseren blitzblanken Troopy an die Nachfolger, und verbrachten die naechsten Tage wieder ausschliesslich zu Fuss. Naja, nicht ganz, von Markus und Famlie, die etwas ausserhalb von Perth in einer herrlichen Gegend wohnen, wurden wir zu einem BBQ abgeholt und verbrachten einen schoenen Sonntagnachmittag im Park.

So ging die Zeit irgendwie auch hier vorbei und mit unseren 7(tausend) Sachen brachte uns Mark (der Autokaeufer) am Mittwoch zum Flughafen. Auch dieser Flug verlief ganz entspannt, Pauline schien Start und Landung gar nicht zu bemerken, und auch waehrend ich wegen nicht ganz kleinen Turbulenzen schon fast zur Tuete griff blieb sie entspannt.

Dank der 3h Zeitverschiebung nach Sydney verschonte uns der Jetlag leider nicht ganz, aber das wird in ein paar Tagen sicher noch heftiger werden. In Sydney gabs ein paar Dinge zu erledigen, Leute treffen, zwei drei Weihnachtsgeschenke besorgen und natuerlich wieder alle Stammcafes abhaken. Gluecklicherweise konnten wir 3 Tage eher aus dem Hostel auschecken und bei Jai einziehen, der fuer ein paar Tage aus der Stadt musste. Und so kommen wir jetzt in den Genuss eines Wahnsinnsblicks ueber die Bucht, koennen nochmal so richtig entspannen bevor uns morgen wieder ein 24h Flug erwartet…

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>Sydney segelt am Sonntag

Der West vom Resten

Irgendwann müssen wir der unbequemen Wahrheit dann doch ins Auge sehen, die Uhr tickt, denn Anfang Dezember wollen wir wieder in Perth sein um das Auto hoffentlich schnell und problemlos zu verkaufen. Bis dahin bleiben uns noch knapp 2 Wochen und ziemlich viel Strecke hinunter nach Esperance, dem Geheimtipp mit den „angeblich“ besten Beaches von WA, und dann quer durchs Land zurück nach Perth.

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Einen kurzen Zwischenstop legen wir in Bremer Bay ein, ihr könnt euch denken, was kommt…….wie immer superschöne Strände und coole Wellen. Inzwischen wird es immer schwieriger für uns, die Schönheit der Landschaft auf uns wirken zu lassen, so voll gestopft sind wir mit den Bildern der letzten 8 Wochen…..wir haben uns satt gesehen.

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>mutter

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>vater

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>kind

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>Esperance durchs Autofenster

Abgesehen von unserem besten Surftag nehme ich noch eine mysteriöse Ellbogenentzündung von hier mit, irgendwas muss mich gestochen haben, innerhalb von ein paar Stunden kann ich meinen linken Arm nicht mehr bewegen und schreie schon bei der kleinsten Berührung auf. Am nächsten Morgen gehts im strömenden Regen weiter, der Fitzgerald River National Park ist wegen der sintflutartigen Regenfälle geschlossen, sodass wir direkt bis Esperance durchfahren müssen, weil wir keine Lust haben den Rest des Tages im Auto zu warten bis der Regen aufhört. Draussen bleibt es grau, irgendwann bekomme ich Fieber, Teresa übernimmt das Steuer und fährt das Ding nach Hause….kurzum ein Tag zum Vergessen. Mit abgelaufener Medicare Karte (interessiert hier aber niemanden) bekomme ich dann mal wieder Antibiotika, sehr schön.

Es kann also nur noch besser werden, und das wird es dann auch, denn Lucky Bay im Cape Le Grand Nationalpark ist selbst für uns verwöhnte Touristen ein Augenschmaus. Fotos von hier kann man wahrscheinlich ohne Photoshop-Massage direkt für den Reisekatalog verwenden, nur mit Wellen siehts in der geschützten Bucht nicht ganz so gut aus. Ein „Geheimtipp“ scheint es auch nicht zu sein, denn trotz der kühlen 20 Grad ist der camp ground ziemlich voll. Das bleibt dann auch der einzige aber gewichtige Kritikpunkt, so richtig ruhig ist es nicht, und wir sehnen uns etwas nach den einsamen Campingtagen oben im Norden zurück, vor allem wenn die Kinder vom Camper nebenan mal wieder den ganzen Nachmittag lautstark und erfolgreich üben wie Cowboys mit der Peitsche zu knallen. Selbst die Kanguruhs erscheinen zur Party….als ich einmal nachts nochmal aus dem Auto muss, springe ich fast auf eins drauf (mit Mini-roo im Beutel) welches seelenruhig den Müllsack unterm Auto zerlegt und sich von mir nicht wirklich stören lässt.

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>naechtlicher besucher

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>kam dann am tag nochmal vorbei

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>mahlzeit

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>kleiner ausflug

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>ausblick auf lucky bay

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>schlaefchen

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>und ab an den beach…

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>…ueber ein paar wellen huepfen

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>…den ausblick geniessen

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Nach 4 entspannten Tagen zieht es uns dann doch wieder nach Esperance zurück, denn hier unten im Nationalpark haben wir keinen Handy-Empfang und sind damit nicht für Kaufinteressenten erreichbar. Bislang hatte sich niemand gemeldet, und das verursacht uns doch einige Bauchschmerzen, denn soviel Zeit bleibt nicht mehr, und ganz risikolos ist Kauf/Verkaufansatz auch nicht. Beim Einrollen in Esperance atmen wir auf, wir haben einige Interessenten auf der Mailbox, aber bis Perth müssen wir noch warten bis wir den Sack zumachen können.

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>und nochmal im ganzen

Valley of the Giants

In Conto Springs machten wir halt, da der Surfbeach gut klang und wir nur Gutes vom Leeuwin-Naturaliste Nationalpark gehoert hatten. Wir wurden nicht enttaeuscht, fuer eine NP-Campsite (die ueblicherweise nur grobe Flaechen fuers Campen vorsieht und maximal noch ein Bush-Klo rumstehen hat) war der Park super ausgestattet. Jede Site hatte Picknicktisch, Feuerstelle mit Grill und Pipapo, eine offene „Kueche“ wo man abwaschen konnte, und drumrum lustige Puschelpalmen, Kookaburras, Kaenguruhs und abgesehen vom Natursound absolute Ruhe. So laesst es sich aushalten.

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>der platz

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>puschelpalmen

Der Strand war wunderschoen, die Wellen hielten auch was sie versprachen. Endlich kommt das Brett mal oefter in Aktion, zuverlaessige Breaks gibts erst seit kurz ueber Perth und dann aber richtig. Weltklassewellen sind aber eben auch meist nur fuer Weltklassesurfer perfekt, fuer uns leider oft ein bissl zu gross das ganze. Hier gings aber gut und das nutzten wir aus. Besonders ist auch, dass wir schon oefter am Horizont Wale rumplanschen sehen konnten, dass hat man ja auch nicht alle Tage.

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>conto spring beach

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>alle mal laecheln

Wir blieben 3 Naechte und 2 Tage, und da nachts ein Mordsgewitter aufkam, mit sovielen und hellen Blitzen dass wir das Licht auslassen konnten zum Lesen, war der naechste Tag dann ziemlich grau und verregnet, aber auch solche Tage bekommt man rum. Bloederweise gingen wir unserem Optimismus nach und planten unser Dinner mit Lagerfeuer und Camp-Ofen. Aber auch diese Nacht sollte es ordentlich kuebeln und so war die Pizza eher matschig und der Kuchen den wir leider im Stich lassen mussten wanderte auch nur noch in den Muell ;(

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>tag im auto

Auf dem naechsten „Streckenabschnitt“ kamen wir durch das „Valley of the Giants“, ein Tal voller riesiger Tingletingle-Baeume. Bis zu 60m hoch werden die Baumriesen und damit man ein Gefuehl dafuer bekommt wurde der Tree-Top-Walk gebaut, wo man bis auf 40m hoch zwischen den Baumkronen rumwandern kann.

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>hoher wald

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>durch kronen wandern

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>40m hoch

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>keine hoehenangst

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>ausblick

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>tingle tingle

Naechster Stop war Denmark, ein kleiner Ort mit einer aktiven Community die sich da im Hinterland angesiedelt hat. Aehnlich wie Byron Bay, nur noch bissl schoener, also zumindest fanden wir das. Hinter traumhaften Straenden erstrecken sich leichte Huegel, gruen bewachsen, mit vielen endlosen Wiesen, Weiden und Waeldern, kleinen Seen und Fluessen ins Hinterland. Die Farmen und Weingueter sind natuerlich alle schoen organic und die ein oder andere Art Gallery findet sich auch noch dazwischen. Beim Rumcruisen kamen so einige „was waere wenns“ auf aber fuer ein Holiday-Home reicht es dann finanziell doch nicht. Sehr schade allerdings, denn wir waren uns einig dass unter den ganzen tollen Orten denen wir bisher so ueber den Weg gelaufen sind dieser ganz oben in der „wo man sicher gluecklich leben koennte“ stehen wuerde. Wir waren und sind jedenfalls begeistert 😉

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>wilson inlet

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>feine weine

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>wiesen

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>rumfahren

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>kleiner grashuepfer

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>mailbox

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>durchgucken

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>ortseingang

Leider war der Swell zu klein und damit die Wellen auch, sogar fuer uns, und so hatten wir nur einen Tag im Wasser hier. Wir verlaengerten aber trotzdem noch eine Nacht und genossen einfach die Gegend. Beim Abstecher auf eine Landzunge neben Denmark (in dem noch viel Land zum Verkauf steht und der wegen diverser Schaedlinge abgezaeunt ist) hielten wir wahllos an einem der unzaehligen kleinen Straende und guckten mal aufs Wasser. Naja nicht ganz wallos 😉 aber das fanden wir erst raus nachdem uns der intensive Geruch so raetselhaft vorkam:

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>gestrandet

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>groessenvergleich

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>hochsicherheitsnaturschutz

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Leider brechen nun aber langsam auch unsere letzten Wochen an und so bereiten wir langsam den Autoverkauf vor, haben einen Rueckflug nach Sydney gebucht und wissen schon in etwa wo wir wann die naechsten 2 Wochen sein werden.

Fliegenalarm die 2.

Nach einem kurzen windigen und unspektakulären Aufenthalt in Geraldton liessen wir diesmal den Highway Richtung Perth links liegen und nahmen dafür die direkt am Ozean verlaufende Küstenstrasse Richtung Cervantes. Hier hört der Asphalt nämlich erstmal auf und man kommt wiederum nur mit Allrad nach Lancelin, der nächsten „Stadt“. Dazwischen endlose Strände wo wir endlich mal wieder für ein paar Tage kostenlos und ungestört campieren wollten. Aber erstmal liessen wir uns in Cervantes günstig Hummer und Red Snapper schmecken und statteten den Pinnacles einen Pflichtbesuch ab. Ohne wirklich das Auto zu verlassen, denn die Fliegen waren unerträglich, aber das sollte noch schlimmer kommen.

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> Pinnacles…

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> …ueberall

Die Tour querfeldein Richtung Lancelin gestaltete sich dann doch etwas komplizierter, unzählige Pfade ins Nirgendwo, und auf einmal standen wir vor einem übergrossen Baufahrzeug auf einer breiten Schotterpiste. Offensichtlich sollte dieser Küstenabschnitt nicht nur Leuten wie uns vorbehalten sein, die Lücke zwischen Lancelin und Cervantes wird geschlossen. Glücklicherweise sagte der Baggerfahrer seinen Kollegen Bescheid, und wir durften quer durch die kilometerlange Baustelle passieren.

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> inzwischen faehrt Pauline auch schon kleinere Strecken.

Irgendwann und irgendwie fanden wir dann endlich auch den Strandzugang und suchten uns nen schicken Platz, hinter uns die Dünen, vor uns der azurblaue Ozean….perfekt bis auf den steifen Westwind der uns ins Gesicht und den Sand zwischen die Buchseiten blies.

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> Campaufbauroutine

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> Die Milch machts (nicht mehr)

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Die Nacht schliefen wir nicht ganz so gut wie sonst, denn die Flut liess das Wasser doch etwas höher als erwartet steigen, aber letztendlich fehlten zum Auto doch noch 3m und wir waren beruhigt. Am nächsten Morgen strahlend blauer Himmel, „offshore“ Wind und perfekte Anfängerwellen vor der Tür, also das Brett raus und paddeln. Besser konnte es gar nicht kommen.

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> Pauline Gagarina auf dem Weg ins Bett

Aber da hatten wir uns wohl zu früh gefreut, denn der Ostwind brachte neben den Wellen auch die ganzen Fliegen und Bienen aus dem Buschland hinter den Dünen, und es wurde immer schlimmer, trotz schnell aufgestellten Fliegenzelt hielten wir es bald nur noch unter den Fliegennetzen aus. Zum Glück blieb Pauline ziemlich gelassen. Als es aber irgendwann im Auto so klang wie in einem Bienenstock und meine Hand vor Fliegen schwarz war, mussten wir wohl oder übel überstürzt den ungeordneten Rückzug antreten….Ärgerlich, denn hier hätten wir es locker noch 3 Tage ausgehalten.

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> am Rest des Koerpes hats schoen gekrabbelt…

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> Pauline war ganz fasziniert

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Über Lancelin, einem Wind- und Kitesurfer-Mekka rollten wir dann letztendlich nach reichlich 6 Wochen und 5000 km wieder in Perth ein. Nachdem wir die bürokratischen Hürden auf der Zulassungsstelle genommen und die „Rego“ für unser Auto für weitere 6 Monate verlängert hatten, liessen wir den Grossstadtdschungel schnell wieder hinter uns und fuhren nach Fremantle in der Nähe von Perth, um unseren Resttrip zu planen. Nicht so ganz leicht, denn wir haben „nur“ noch 3 Wochen für den Süden und Südwesten von Westaustralien wo man sich gut und gern mehrere Monate rumtreiben könnte. Erstmal ging es nach Yallingup, einem wunderschönen Örtchen in der Nähe vom Cape Naturaliste. Hier haben angeblich die australischen Kricket-Nationalhelden ihre Häuser, dementsprechend sehen die Anwesen auch aus, eingebettet in tiefgrüne Hügel und Weltklassewellen vor der Tür, leider nicht unser Kaliber.

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> Paulines Fruehstueck

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> unser Fruehstueck

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> Chill out

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> Kartenschreiben

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Danach ging die Reise weiter, entlang pompöser Weingüter direkt am Ozean nach Margaret River, einem der Top Ten Surfspots von Australien. Die ganze Gegend hier erinnert an eine Mischung zwischen der Umgebung von Melbourne und Byron Bay, ideal zum Leben, vielleicht ja mal irgendwann….

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> ich koennte jetzt eigentlich mal brechen

Margaret River wie erwartet eine Mischung aus entspannten Cafes, Surfshops und Boutiquen, für jeden was dabei. Dass die Welt ein Dorf ist, erwies auch mal wieder als Teresa von Freunden aus Dresden Ockerwitz angesprochen wurde. Wie erwartet waren die Wellen vor Margaret River gigantisch, und wir konnten nur staunen was die Kiter und Windsurfer dort so veranstalteten. Es kribbelte in den Füssen, und so werden wir in den nächsten Tagen mal schauen ob wir einen passenden Strand für uns weiter südlich finden.

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> Margaret River Mouth

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> Surfers Point

PS: Fuer Pauline gabs ausserdem das erste richtige Wannenbad, wer braucht schon Baby-Schwimm-Kurse ?

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Kalbarri und (un)Lucky Bay

Eine Tagesetappe und einen gerissenen Klimaanlagenkeilriemen spaeter erreichten wir Kalbarri am Abend und goennten uns ein Riesendinner mit frischen Snapper und anderem Fischkram, schliesslich muss man den Standortvorteil auch auskosten.

Da man im Kalbarri Nationalpark nicht wild campen darf waren wir auf den Zeltplatz beschraenkt und beschlossen nach einem Tag rumhaengen und einer gelungenen Klimaanlagenkeilriemenreparatur dass wir 3 Tage draus machen und ein bisschen den Urlaubsort am Murchieson-Fluss hoch und runterflanieren. Viel gibts da eigentlich nicht zu erzaehlen, der Ort ist ganz nett und traumhaft gelegen, 8.45 kann man zuschauen wie die lokalen Pelikane gefuettert werden und natuerlich bieten sich Ausfluege in den umliegenden Nationalpark an.


>die fuetterung

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>freude


>der lokale surfspot (fuer uns zu rocky)

Wir nahmen alles mit was ging und stellten mehrere Dinge fest:

1. wenn man im Karijini NP war und die dortigen Schluchten beim Rueckenschwimmen in den kristallklaren Pools bewundern konnte dann muss man nicht unbedingt noch weitere Schluchten besichtigen,

2. es gibt unheimlich viele Fliegen hier (Muecken? Keine Spur. Fliegen heisst die aktuelle Plage.

3. es gibt soviele Fliegen teilweise dass man eigentlich gar nicht das Auto verlassen moechte

4. fuer jede erschlagene Fliege kommen zwei neue dazu

5. Fliegen sitzen am liebsten im Auginneren, auf frischen Wunden oder versuchen ganz geschickt in den Mund zu gelangen, der Rest ist aber auch ok und wird gern besetzt

6. Fliegen verirren sich gern in lockigen Haaren und treiben den Menschen unter den Haaren dann in den Wahnsinn.


>kalbarri gorges


>wanderziel: natures window


>gruppenbild

Es gab also im Park viele Fliegen und das stoerte etwas am Gesamtwohlbefinden, ansonsten war Kalbarri aber ganz schoen und die Tage ausserhalb der Wildnis waren auch ganz nett.

Dann reichte es damit auch wieder und wir wollten in eine Bucht ganz in der Naehe um da ein bisschen abzuhaengen. Lucky Bay genannt, auf den Bildern in der Touristeninfo sahs toll aus, aber die Damen da konnten uns auch nicht genau sagen wo, nur so ungefaehr. Das reichte leider nicht und trotz GPS gaben wir nach ein paar Stunden zwischen den Duenen umherirren dann auf. Ein anderes Auto die dasselbe Ziel hatten irrten mit uns umher und gaben vor uns auf. Wir fanden dann etwas was grob der Beschreibung entsprach (es sollte da ein paar nette Strandhuetten geben) aber da es eher einem verlassenem DDR-FDGB-Ferienheim galt als ein paar netten Strandhuetten war es das wahrscheinlich auch nicht. Egal, wir erklaerten es als unsere Lucky Bay, blieben 2 Naechte und einen Tag (den wir dank des Megawindes ausserhalb des Autos fast nur drinnen verbrachten) und brachen dann wieder gen Sueden auf.


>abendspaziergang im schlafsack


>sunset am lucky -oder was auch immer- bay


>skepsis bei allen beteiligten

Im Westen vom Westen

Nach Monkey Mia hatten wir wie immer genug von numerierten Stellplätzen und flüchteten in den Francois-Peron-Nationalpark nicht ohne vorher nochmal in Denham, der westlichsten Stadt Australiens, unsere Vorräte aufzufüllen und Wasser nachzutanken (sowas kann sich bei der Trockenheit hier mitunter als problematisch erweisen). In den Nationalpark der die Nordspitze der Peron-Halbinsel umfasst kann man nur mit Allrad, anders wären die Sandpisten nicht zu bezwingen. Macht mehr Spass beim Fahren und allein ist man auch noch. Ab und zu macht der Sand sogenannten „birridas“ (Salzpfannen) Platz, da sollte man tunlichst auf den markierten Wegen bleiben, ansonsten bricht man schnell mal ein und muss auf einen hilfsbereiten Australier warten der einen dann rauszieht, falls die Pfanne nicht zu tief war :-).


>auftanken

Inzwischen sind wir ja nun schon ziemlich verwöhnt, was Campspots am Meer betrifft, und waren deswegen leicht enttäuscht von der vielgepriesenen Bottle Bay; viele Algen und Wasserpflanzen, das Baden war nicht der grosse Spass. Lag aber vielleicht auch daran dass wir erst einen Tag vorher im Ocean Park gesehen hatten, was da so alles mit Zähnen im Trüben rumschwimmt. Ansonsten ist alles schon ziemlich Routine was das Aufbauen des Camps angeht und wir hatten uns auch einiges von den älteren Profi-Campern auf den Zeltplätzen abgeschaut. Dementsprechend professionell waren wir dann auch gegen Wind, Wetter und vor allem Sonne geschützt.


>camp


>hausstrand

Am nächsten Tag die positive Überraschung – das Meer ruhig und klar, keine Algen mehr und strahlende Sonne (das war nun wiederum nicht so überraschend). Nur der grosse bemooste Stein der sich 10m entfernt von uns im Wasser bewegte irritierte uns etwas – eine riesige bestimmt 100 Jahre alte Loggerhead Turtle liess sich gar nicht von uns stören und schwamm gemächlich durchs warme Wasser, ab und zu den Kopf aus dem Wasser steckend um die Richtung zu checken.


>tagesausflug

Ansonsten kam ab und zu noch ein ziemlich grosser aber entspannter Lizard (Echse) vorbei, mit dem Pauline sicher gern gespielt hätte. Nur die riesengrossen Raben waren etwas nervig die morgens immer versuchten aus den auf dem Dach abgelegten Müllbeuteln etwas Essbares zu erbeuten und dabei nicht gerade leise waren.

Nach 4 Tagen hatten wir uns dann an der doch etwas eintönigen Landschaft satt gesehen und machten uns auf den Weg noch weiter gen Westen, nach Steep Point dem nun wirklichsten westlichsten Punkt von Australien. Erst gings 130 km Schotterpiste quer durchs Land, dann hiess es wieder Luft bis zum Minimum ablassen (ansonsten Strafzettel) und in den Allradmodus wechseln, denn die Landschaft wurde plötzlich zur Wüste. Endlose Sanddünen wechselten sich mit Buschvegetation ab, und die Piste führte quer durch, hoch, runter, Anlieger rechts, Steilkurve links……Fahrspass pur, besonders in der goldenen Abendsonne.

Und es sollte noch besser kommen, wir fanden unseren bisher schönsten Campspot direkt in einer kristallklaren Bucht, mit praktischem Windschutzhügel direkt hinter uns. Und wieder (fast) niemand da, weit und breit.


>ausblick fuer die naechste zeit


>lagen da so rum

Die nächsten 5 Tage verbrachten wir wieder mit angestrengtem Nichtstun wenn wir nicht gerade mit unserem Camp-Ofen Apple Crumble und Olivenbrot fabrizierten, mit Surfbrett schnorchelnd Barramundis beobachteten oder uns dem einen oder anderen „local“ gegenüber sahen.


>herr fuchs…


> frau elster (oder so aehnlich)


>diesmal nur ein kleiner


>ganz seltenes exemplar


>schmeckte besser als es aussah


>sah besser aus als es schmeckte 😉


>schwimmhilfe


>mauerbluemchen

Pauline machte die erste Bekanntschaft mit dem Ozean und gute Miene zum bösen Spiel, versuchte sich ansonsten an den ersten Krabbelversuchen und nahm bereits erste feste Nahrung in Form von Sand zu sich.


>erstes mal im ozean

Am letzten Abend dann von Ferne düsteres Grollen und grelle Blitze, das erste Gewitter kündigte sich an. Leider ist unser Luftabzugdeckel am Dach nicht mehr wirklich wasserdicht, seit ich mal an einer Raststätte die lichte Höhe des Autos falsch eingeschätzt hatte, aber wozu haben wir jede Menge Kochtöpfe an Bord ? Den darf man dann morgens bei der Abfahrt dann nur nicht vergessen.

Am Morgen war dann draussen alles grau und nass, und es nieselte noch, aber wir hatten ja eh kein Trinkwasser mehr, also noch mal schnell am Steep Point und den Zuitdorp Cliffs vorbeigeschaut (200m hohe Steilküste die dem einen oder anderen Schiff zum Verhängnis wurden), und zurück in die Zivilisation.


>westlicher gehts hier nich mehr

Der Ranger war etwas besorgt, denn die Schotterpisten hier in Westaustralien werden beim geringsten Regen zu Schmierseife und dann sofort gesperrt, so auch diesmal. Aber mit Allrad, wenig Luft auf den Reifen und der Erfahrung europäischer Winter war das kein Problem, bald hatten wir wieder Asphalt unter uns und machten uns auf den Weg weiter gen Süden, Richtung Kalbarri.

Flipper

Aus dem roten Sand gings nun wieder Richtung weisser Strand, der naechste Stop sollte Monkey Mia sein. Die Strecke von 700km teilten wir in 3 Abschnitte, um das ganze entspannt zu gestalten. Von nun an gehts nur noch suedlich.

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>staendiger begleiter

(Nur kurz zur Erklaerung, weil schon vermutet wird dass wir eher heimkommen weil wir ja nun schon wieder suedlich fahren.. der Plan war und ist, dass wir ganz am Anfang einen Riesenritt nur noerdlich gefahren sind, um ins Warme zu kommen, und von da an arbeiten wir uns nun Stueck fuer Stueck wieder Richtung Perth zurueck, voraussichtlich auch noch weiter an den Suedzipfel, mal schauen. Nun jedenfalls aber erstma wieder runter.)

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>feuerholzsuche

Ein Zwischenstopp irgendwo in der Pampa auf einem Parkplatz auf dem man im Camper uebernachten konnte und schoen Feuerchen machen konnte (immer wieder toll, da wir Gebrauch vom Camp-Ofen machen koennen), und der naechste Stopp dann in Carnavon, wo wir wieder den Woolworth leerkauften. Am spaeten Nachmittag kamen wir dann in Monkey Mia an und konnten uns grad noch so einen Standplatz ergattern.

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>angekommen

Monkey Mia is dafuer bekannt, dass sich dort seit 40 Jahren taeglich regelmaessig eine Menge Delfine blicken lassen, und zwar direkt im knoecheltiefen Wasser, jeden Tag in etwa um diesselbe Zeit zur selben Stelle. Da lohnt es sich doch, ein Ferienanlage drumrumzubauen die vom Edelbungalow (nicht unsere Budgetklasse) bis zum Autostandplatz (schon eher) alles bietet.

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>erstma den strand auschecken

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>ganz huebsch hier

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>da kommt freude auf

Angeblich kommen Flipper und Co. so gegen 8 bis 10 vorbei, aber als wir am naechsten Morgen halb 9 ohne Fruehstueck Richtung Strand trabten war der Zauber schon vorbei und wir sahen noch ein paar Rueckenflossen von hinten. der tag wurde heiss, aber dank des megaklaren, extrem tuerkisem und eiskaltem Wassers 50m vom Camp entfernt liess es sich gut aushalten. Ein Traumstrand vom feinsten, nur da wir die wilden Camps bevorzugen und die Straende lieber fuer uns haben 😉 blieben wir nur noch eine weitere Nacht, denn ohne einen Blick auf die Delfine geworfen zu haben wollten wir doch nicht wieder losfahren.

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>ausblick…

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>…vom camp

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>familienfototapete

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>zuschauer

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>zuschauerin

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>kitsch

Am naechsten Morgen standen wir puenktlich 7.30 auf der feuchten Matte aber natuerlich schliefen dafuer die Delfine heute aus. Erst als wir schon einen Kaffee in der Hand hatten, tauchten die ersten auf, und viele weitere folgten. Tatsaechlich kamen sie bis ins ganz flache Wasser geschwommen, spielten miteinander, schwammen Runden und steckten ihre Nasen aus dem Wasser. Sehr niedliche Tierchen.

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>flipper

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>und kumpels

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>entfernte verwandte

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>erstaunen

Anfassen sollte man nicht und auch gefuettert wurden sie nicht. Wir allerdings waren faellig fuer Fruehstueck und danach gings wieder on the Road.
Der naechste Abschnitt sollte aber nur ein ganz kurzer werden, ins naechstgelegene Denham ein paar Sachen einkaufen und dann in den Francois Peron Nationalpark, der direkt um die Ecke lag.

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>und nochma.. alle laecheln

Rote Erde

Die Zeit drängte, die Vorräte gingen zur Neige, und Coral Bay war mit den teuersten Supermärkten der Welt nicht wirklich für Grosseinkäufe geeignet. Ausserdem wollten wir auch mal was anderes als endlose Traumstrände, bunte Fische und Korallenriffe sehen :-). Ist in Australien auch nicht schwer, man muss sich nur 100 km ins Landesinnere in den “Bush” begeben. Unser Ziel war der Karijini-Nationalpark, ca. 600km bzw. 2 Tagesetappen von Coral Bay entfernt. Die waren dann auch relativ unspektakulär, abgesehen von meinem naiven Versuch einen Roadtrain (riesige Überlandtrucks mit drei Hängern und mit hoher Geschwindigkeit unterwegs) beim Einbiegen auf den Highway ausbremsen zu wollen. Nachdem bereits das Gesicht des Fahrers im Rückspiegel zu erkennen war, konnte ich dann doch ein paar Meter zwischen uns legen bevor ich mich letztendlich dazu entschied klein beizugeben und mit schlechtem Gewissen die nächste Parkbucht ansteuerte um den Kollegen vorbeizulassen. Für den war die Sache aber noch nicht beendet, der Lastzug kam direkt neben uns zum Stehen und der wütende Fahrer stand 3 Sekunden später schon an meinem Fenster um mir einen Vortrag über Bremsweg und Gewicht von Roadtrains sowie die ungeschriebenen Regeln der australischen Highways zu halten. Sicher mein letzter “Zusammenstoss” mit den Jungs…

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>nachts im mondlicht

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Der Nationalpark liegt mitten im Bergbauzentrum Australiens, was bedeutet dass alle Städte die man dort so findet, meist wegen Rohstoffvorkommen gegründet wurden und sich dort alles um den Bergbau dreht. Also eher uninteressant, es sei denn man hat Bergbau studiert. So auch Tom Price (interessanter Name), mit 746m die höchstgelegene Stadt Westaustraliens (in der Nähe liegt übrigens der berühmte Berg Mt. Nameless). Aber immerhin gibts dort einen grossen Coles (eine der grossen Supermarktketten in Australien) mit kleinen Preisen sowie billigen Diesel, also genau das was wir brauchten.

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>Tom Price

Ausserdem konnte ich die Gelegenheit nutzen und beim Doc vorbeischauen, irgendwie hatte ich von meiner Erkältung (nein,es war doch keine Schweinegrippe) noch verstopfte Gehörgänge, aber alles ok. Mit vollem Tank und Kühlschrank gings dann am nächsten Tag in den Park, dessen Hauptattraktionen die Schluchten sind, die sich vor Millionen von Jahren in die Landschaft gegraben haben.

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Ziemlich beeindruckend wenn man endlose Kilometer durchs flache Buschland fährt, kaum Vegetation und kein Tropfen Wasser ausserhalb der Regenzeit, und dann gehts 50m neben der Strasse 100m vertikal nach unten, wo man dann kristallklare “swimming holes”, rauschende Wasserfälle und dschungelartige Vegetation findet. Ein Traum für jeden Geologen, die Gesteinsschichtungen mit den eisenerzhaltigen Bändern sind einzigartig auf der Welt.

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Die nächsten 4 Tage verbrachten wir dann auf dem Dales Campground in der Nähe der Dales Gorge (Schlucht). Ab 8 Uhr morgens wurde die Hitze unerträglich und wir verzogen uns nach unten auf einen der Wanderwege zu den verschiedenen Pools, nur schade dass der abendliche Aufstieg zurück zum Campground uns dann doch wieder zum Schwitzen brachte.

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> so ne hitze is nur nackich zu ertragen

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>rumwandern

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>rumliegen

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>rumstehen

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>rumsitzen

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>rumschlafen

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>rumalbern

Übrigens wurde überall vor Dingos gewarnt, und wir liessen Pauline nicht aus den Augen umso mehr als wir eines Abends beim Zähneputzen dann wirklich direkt vor einem standen. Nicht ganz ohne, so gross wie ein deutscher Schäferhund und völlig unbeeindruckt von uns.

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>dingo

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>wenig begeisterung fuer jene welche

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Danach liessen wir es uns noch 3 Tage auf dem Campingplatz von Tom Price gut gehen, schliesslich wollten die ganzen roten Sachen mal gewaschen werden (leider erfolglos mit den australischen Waschmaschinen), und aufs Duschen hatten wir uns auch schon die ganze Woche gefreut. Von jetzt an heisst unsere Richtung Süden, zurück Richtung Perth wo das Wetter inzwischen etwas besser sein sollte.

Dog Rock

Nach den 4 Tagen am Osprey Beach zog es uns weiter Richtung Sueden. Zwischen dem Camp und dem naechstem Ort, Coral Bay, lagen ca 100km, alles reine 4WD Strecke und auch nur fuer jene geeignet. Gleich zu Beginn lag die Durchquerung einer Schlucht die vom Meer mit Wasser zulaeuft. Also musste man diese zum Zeitpunkt der niedrigsten Ebbe durchqueren, da sonst das Wasser ziemlich schnell steigen konnte, und das war frueh punkt 8 Uhr. Fuer uns ganz schoen zeitig, aber kurz nach 8 durchquerten wir den Fluss und los gings. Die Strecke war fahrbar und machte Spass, Sand, Dreck und Lehm wechselten sich ab und fies waren nur diese kleinen Wellen die einen wie ueber ein Reibeisen rattern lassen. Pauline fand das Geschaukel auch ganz gut und schlief die meiste Zeit, nur wenn es mal wieder das gesamte Geschirr und die Toepfe hinten im Schrank neu verteilte waren wir alle wach.

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>immer am meer entlang

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>begleiter

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>campsuche

Ein paar km vor Coral Bay, dem naechsten „groesseren“ Ort (150 Einwohner), fingen wir dann an Ausschau nach interessanten Abfahrten nach rechts Richtung Meer, wo wir dann die uebernaechste Nacht campen wollten. Erstmal aber mussten wir unsere Vorraete aufstocken, auch 100 Liter Wasser reichen nur endlich und es lockten eine Dusche und mal wieder Internet (vielleicht).

Coral Bay ist ein kleines gemuetliches Nest mit 2 Campingplaetzen, einem Hotel, einem Hostel, zwei Mini Supermaerkten und einer Tanke, und das wars auch schon. An einer traumhaften tuerkisen Bucht gelegen in der die Korallen bis an den Strand heranreichen ist es mehr oder weniger nur Ausgangspunkt fuer Tauch- und Schnorcheltouren ins Ningaloo Reef, aber das wollten wir dann auf dem Rueckweg erst nutzen. Die meiste Zeit des Nachmittags verbrachten wir damit den letzten Blogeintrag zu laden und mal wieder Mails zu checken, bei 5 b/s kein Spass. Am naechsten Morgen brachen wir wie geplant auf wieder zurueck auf den Dirt Track, und nahmen die Abbiegung die wir uns ausgeguckt hatten.

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>strecke

Da der Sand sehr fein und damit die Duenen sehr weich waren mussten wir Luft aus den Reifen lassen und Nick seine Fahrkuenste spielen lassen. Es war ein ganz schoenes Geschwimme, vor allem bei der recht steilen letzten Duene, aber letztendlich kamen wir an, bauten unser Camp auf und taten die naechsten 4 Tage nicht viel anderes als lesen, schlafen, kochen und natuerlich baden und schnorcheln.

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>camp dog rock

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>freizeitgestaltung

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>von oben

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>wieder mal reinigen

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In Coral Bay hatten wir endlich ein Schnorchelset erstanden und da wir ja das Reef vor der Nase hatten lohnte sich die Investition bestimmt. Dachten wir, die Korallen fingen zwar am Strand direkt an, was entspanntes Baden vor allem bei Ebbe unmoeglich machte, aber viel sahen wir nicht. Sicher, ein paar lustige Fische und Muscheln und auch ein paar Seegurken lagen faul auf dem Boden herum aber nicht das was wir uns von einem weltberuehmten Korallenriff versprochen hatten. Naja, wir waren aber ganz nah dran, das sollte sich spaeter herausstellen. Wir erkundeten auch mal die Umgebung, ganz so faul waren wir ja nicht, und stellten fest dass hinter der naechsten Duene ein Meer an Muscheln im Sand lag, die es vor langer Zeit mal mit einer Superwelle da hochgespuelt haben musste, Viel weiter kamen wir aber nicht, bei 30 Grad haelt man es mit der Bewegung auch in Grenzen.

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>muschelmeer

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>abhaengen

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>aufs meer gucken

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>beim fliegen spucken

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>und dann alle mal

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Als dann wieder unser Wasserstand immer geringer wurde packten wir wieder unsere 7Sachen ins Auto und machten uns auf den Weg in die „Stadt“. Dort waren beide Campsites ausgebucht, aber wir nutzten die Waschmaschine trotzdem und buchten eine Manta Rochen Tour. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, denn es bedeutete 8h mit nur einer Handvoll Leuten auf einem Boot und mit einem Baby weiss man ja nie, koennte auch stressig werden. Da Pauline sich aber bisher superentspannt zeigte und maximal gegen Abend bei Muedigkeit etwas knatschig wurde, buchten wir.

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Das Ningaloo Reef ist auch das einzige auf der Welt wo man mit ziemlicher Sicherheit mit Walhaien schwimmen kann, und ebenso tauchen die bis zu 4m breiten Manta Rochen sehr zuverlaessig auf. Garantieren kann einem das natuerlich niemand und so hatten wir zur Abwechslung auch mal Pech und wir bekamen keine zu Gesicht.

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Dafuer enttaeuschte uns die Unterwasserwelt keineswegs, die Korallen waren wirklich riesig und unberuehrt, die Fische bunt und lustig und auch eine Schildkroete schwamm eine Runde mit. Nick hatte ausserdem das Glueck ueber 3 kleinere Rochen zu schnorcheln und hatte eine Begnung mit einem Grey Nurse Shark, einem Hai der ungefaehrlicheren Sorte aber nicht weniger beeindruckend. Natuerlich konnten wir immer nur abwechselnd ins Wasser, aber das war kein Problem und Pauline schien das Bootsschaukeln zu geniessen, sie schaute sich alles interessiert an und gab nur froehliche Klaenge von sich 😉 Zur Entschaedigung tauchten mehrmals Humpback Wale vor uns auf, einer sogar nur wenige Meter vom Boot entfernt so dass man ihn spitzenmaessig sehen konnte.

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Da der Campingplatz immer noch voll war verbrachten wir auch diese Nacht einfach abseits der Dirt Road und machten uns am naechsten Morgen auf den Weg Richtung Karajini Nationalpark, Mal weg vom Meer, rein ins rote Innere des Landes.

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>und weiter gehts